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Am 21. Oktober 1914, während des Ersten Weltkriegs und sechs Tage bevor Großbritannien den Türken den Krieg erklärte, erhielt Hussein, der Führer der Haschemiten, eine Botschaft von Lord Kitchener, dem britischen Staatssekretär. Darin versprach Großbritannien, das Ideal arabischer Unabhängigkeit zu unterstützen, wenn sich die Araber gegen die Türken auflehnen würden und an der Seite Großbritanniens und der Alliierten in den Krieg ziehen würde.
Hussein verlangte ein spezifische Verpflichtung zur völligen Unabhängigkeit der Araber. Um seine Position weiter zu stärken, stimmte er erst dem Jihad zu, den die Türken gegen Großbritannien und die Alliierten erklärt hatten.
Am 23. Mai 1915 nannten arabische Heeresführer die Bedingungen unter denen sie sich, unter der Führung Husseins, gegen ihre türkischen Herren auflehnen würden. Dieses Dokument steht als das Damaskus-Protokoll bekannt.
Darauf folgte eine längere Korrespondenz zwischen Hussein und General Sir Henry McMahon (ein Fraumaurer und britischer Hochkommissar in Ägypten. Fast ein Jahr später erst war Hussein zufrieden, daß er sich auf die Unterstützung Großbritanniens im Kampf um die Unabhängigkeit der Araber verlassen konnte.
In späteren Jahren behaupteten die Zionisten, mit britischer Unterstützung, daß diese Briefe – die Grundlage der britischen Verpflichtung zu arabischer Unabhängigkeit – Palästina ausgeschlossen hätten, aber als die Briefe endlich veröffentlicht wurden, bewies dies, daß Palästina ein Teil des Unabhängigkeitsversprechens McMahons war.
Die Araber hielten ihr Versprechen, die Briten aber nicht.
Indem sie sich mit den Alliierten verbündeten, änderten die Araber das Machtgleichgewicht im Nahen Osten. Die Teilnahme der Araber am Krieg ermöglichte es den Briten, dem Versuch der Deutschen das Rote Meer und den Indischen Ozean zu blockieren, zu wiederstehen. Auch war ein wesentlicher Teil des türkischen Heeres damit beschäftigt, gegen die Araber zu kämpfen.
Zu dieser Zeit war der britische Außenminister Arthur James Balfour, dem man nachsagte, daß er anti-semitische Ansichten hatte und der sich deshalb für die Idee eines Zionistenstaates aussprach, da er meinte, daß dann weniger Juden nach Großbritannien auswandern würden.
Am 2. November 1917 kam die Unterstützung des zionistischen Bestrebens durch Großbritannien ans Licht, als der Außenminister ein kurzen Brief an "Baron" Lionel Rothschild richtete. Inzwischen war Herzl 1904 gestorben und der Führer der Zionisten zu dieser Zeit war Dr. Chaim Weizmann, der zusammen mit seinen Kollegen diesen Brief aufstellte, der von Balfour lediglich unterschrieben wurde. Der eigentliche Text dieser sogenannten "Balfour-Erklärung" lautete folgendermaßen:
"Sehr geehrter Lord Rothschild,namens der Regierung Seiner Majestät, ist es mir ein Vergnügen, Ihnen folgende Erklärung unserer Sympathie mit den Bestrebungen der jüdischen Zionisten zukommen zu lassen. Diese Erklärung wurde dem Kabinett vorgelegt und genehmigt.
Die Regierung seiner Majestät befürwortet die Gründung eines jüdischen Staates in Palästina und wird sich redlich bemühen, zur Erreichung dieses Zieles beizutragen. Es muß jedoch deutlich verstanden werden, daß dies keinen negativen Einfluß auf die Bürgerrechte und religiöse Freiheit der derzeitigen nicht-jüdischen Gemeinschaften in Palästina haben darf, sowie auf die Rechte und den politischen Status der Juden in anderen Ländern.
Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie diese Erklärung dem Zionistischen Bund mitteilen würden. Mit freundlichen Grüßen, Ihr Arthur James Balfour."
Es muß darauf hingewiesen werden, daß das Wort "Araber" in diesem bemerkenswerten Dokument gar nicht vorkam. Dies Weglassung war natürlich absichtlich.
Der Autor der Belfour Erklärung, Leopold Amery, war, nach Aussage von Professor Rubinstein, der an der Universität von Wales Moderne Geschichte unterrichtet, jüdisch. Amery trug als Assistenzsekretär des britischen Kriegskabinetts im Jahre 1917 auch zur Schaffung der jüdischen Legion bei. Die Legion war die erste jüdische Streitkraft seit der Römerzeit, und der Vorläufer der Israelische Streitkraft (ISF). Rubinsteins Nachforschungen ergaben, dass Amerys Mutter Elisabeth Joanna Saphir hieß, und dass die Familie in Pest lebte, was später zu Budapest wurde, und das erste jüdische Viertel der Stadt war. Er fand auch heraus, dass ihre Eltern beide jüdisch waren, und dass Amery seinen zweiten Vornamen von Moritz in Maurice änderte. So konnte er seine Identität verbergen.
Zu dieser Zeit (1917) bestand die Bevölkerung Palästinas zu 93 Prozent aus Arabern.
In der Tat hatten die britische Regierung überhaupt keine Macht über Palästina. Die sogenannte "Balfour-Erklärung" war also rechtlich ungültig.
Ein weiteres bemerkenswertes Merkmal dieses Briefes war die Art in der man die Realität der Situation in Palästina der Öffentlichkeit vorenthielt. Den jüdischen Politikern waren aber Gesetzmäßigkeit und moralische Rechte egal – sie wollten ein Dokument, daß es ihnen ermöglichen würde, ihren Anspruch auf Palästina gültig zu machen.
Nach seiner Erklärung, daß Großbritannien die Gründung eines Judenstaates in Palästina unterstützen werde, schickte Balfour dem beunruhigten Hussein folgende Botschaft: "Die Regierung Seiner Majestät bestätigt sein Versprechen der Unabhängigkeit der arabischen Länder."
In der Ausgabe des "American Zionist" vom Oktober 1953, meinte ein ehemaliger Vorsitzender des Zionistenbundes, Rabbi Emanuel Newman: "Da Großbritannien zu dieser Zeit Unterstützung brauchte, gab dies den Zionisten die Verhandlungsmacht die sie brauchten."
Am 1. April 1917, als Großbritannien wiederholt von deutschen Unterseebooten angegriffen wurde, erwägte die britische Flotte, ob sie sich ergeben sollte.
Die Alliierten hatten keine finanziellen Mittel mehr, die notwendigen Vorräte von Amerika zu kaufen, und ohne ein riesiges Darlehen hätte Großbritannien den Krieg nicht weiterführen können.
Für dieses Darlehen zahlt Großbritannien heute noch.
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